Suchen statt baden: Mit Metalldetektor in den Urlaub

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Wer morgens oder in den Abendstunden einen Spaziergang an Badestränden macht, trifft manchmal auf Schatzsucher. In kleinen Schritten laufen sie zwischen die Strandkörben, den Detektor dabei gleichmässig hin und her schwenkend. Ab und an ist ein heller Ton zu vernehmen.  Man mag es kaum glauben: Auf diese Weise ist es tatsächlich möglich, den Urlaub teilweise zu finanzieren.

 

Was können Schatzsucher am Strand finden?

Die üblichen Funde am Badestrand sind Münzen und Schmuck aus den letzten Jahren. Natürlich liegt im Sand auch reichlich Wohlstandsmüll, wie Kronkorken, Alufolie und dergleichen. Antike Funde sind dagegen die absolute Ausnahme.

Nicht selten kann man mit der Schatzsuche einen Teil der Urlaubsausgaben vor Ort decken. Ob es nun ein Nobelrestaurant oder die nächste Imbissbude wird, ist vom Strand und der eigenen Erfahrung abhängig. 20 bis 30 Euro in Münzen sind nach zwei Stunden sondeln durchaus möglich. Wer Glück hat, findet auch den einen oder anderen Goldring.

 

Rechtslage beachten!

Zur rechtlichen Situation ist keine pauschale Aussage möglich. An vielen Badestränden ist das suchen mit dem Metalldetektor kein Problem. Trotzdem sollte man sich vor Antritt der Reise nach den Gesetzen im Urlaubsland erkundigen. So sollte man es tunlichst vermeiden, sich in Griechenland oder der Türkei auch nur mit einem Suchgerät blicken zu lassen.

An den vielen Badestränden Spaniens, Polens oder auf Zypern,  wird die Suche nach Geld und Schmuck zumindest geduldet. Ähnlich verhält es sich mit den deutschen Ostseestränden. In Großbritannien sind die Bedingungen für Schatzsucher sehr günstig. Zur eigenen Absicherung ist es grundsätzlich empfehlenswert, sich im örtlichen Rathaus oder der betreffenden Botschaft vorab zu erkundigen.

Für Privatstrände  sollte man in jedem Fall auch die Genehmigung des Eigentümers einholen und die Funde fair mit diesem teilen. Das schafft Vertrauen, vermeidet Ärger und bringt vielleicht auch den einen oder anderen Tipp ein. Um Küstenabschnitte, die als Kampfmittelverdachtsfläche, ärchäologisches Denkmal oder Naturschutzgebiet gelten, macht man möglichst einen großen Bogen.

 

Ausrüstung für die Strandsuche

Neben einem guten Metalldetektor ist auch ein externer Pinpointer hilfreich. Bei der Gerätewahl sollte man nicht an der falschen Stellen sparen. Unter 150 Euro sind brauchbare Geräte kaum zu bekommen. Markendetektoren, zum Beispiel von Tesoro, Garrett oder Whites, leisten oft die besseren Dienste. Suchgeräte und Spulen mit hoher Kleinteileempfindlichkeit sind am Strand von Vorteil. Als zusätzlicher externer Pinpointer hat sich in der Szene der ProPointer von Garrett bewährt.

Für die Grabungstätigkeit reicht am Strand ein kleiner Klappspaten oder eine Gartenschippe. Da es sich bei Münzen und Schmuck um recht kleine Objekte handelt, ist auch ein handliches Kunststoffsieb an Sandstränden sehr nützlich. Weil Plastik kein Signal auslöst, kann man auch mit dem externen Pinpointer im Sieb nach dem Fundstück suchen.

 

Foto: urlaubsideen.net



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3 Kommentare zu “Suchen statt baden: Mit Metalldetektor in den Urlaub”

  1. Achim sagt:

    Vielen Dank für die Informationen. Daran denkt man ja zunächst nicht, dass das Schatzsuchen nicht immer gern gesehen ist. Es mag sich im Ausland jsicherlich niemand mit amtlichen Stellen auseinander setzen. Eine schöne und abenteuerliche Sache in Deutschland, ist die Suche nach Gold im Rhein.

  2. Gerd sagt:

    Das mit € 30,00 finden war ein mal, denn immer mehr Urlauber bringen ihren Detektor in den Urlaub an die Ostseestrände. Genehmigungen brauche ich aber auch an den Stränden.

    1. Vom Strandkorbvermieter, den er hat für seinen Bereich das alleinige Hausrecht besitzt. Einige Vermieter sind bereit, die örtliche Polizei zu rufen.

    2.Auch wenn der Strandkorbvermieter die Erlaubnis erteilt, ist eine schriftliche Genehmigung vom Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein erforderlich, ohne die läuft gar nichts. Es droht ein Bußgeld und die Einziehung des Detektors.

    • urlaubsideen.net sagt:

      Letztes Jahr haben wir am Strand auf Mallorca zwei Sondler getroffen. Die beiden hatten, wenn ich mich recht erinnere, nach wenigen Stunden etwa 90 Euro zusammen. Sicherlich braucht es dazu eine gute Stelle, aber möglich ist es.

      Die Strandsuche ist in der Tat eine Grauzone, die jedoch mancherorts toleriert wird. In Mecklenburg-Vorpommern wohl eher als in Schleswig-Holstein. Viele Nordseestrände (z.Bsp. Dänemark und Schweden), aber auch Portugal bilden hier wohl die Ausnahme. Wie im Artikel schon geschrieben, sollte man sich daher natürlich vorab bei der betreffenden Ländervertretung bzw. den zuständigen Denkmalschützern erkundigen.

      Die rechtlich sicherste Variante ist wahrscheinlich, den Sondelurlaub nach Bayern oder auf die britische Insel zu verlegen. Schöne Landschaft und liberale Gesetze für Schatzsucher.

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